Patientenverfügungen im Vergleich

In Deutschland ist die gesetzliche Regelung eindeutig:

Jeder Bundesbürger kann (Bem. des Redakteurs „sollte“) eine schriftlich fixierte Patientenverfügung besitzen. Sie ist gegenüber Ärzten verbindlich. Durch die Einsetzung einer bevollmächtigten Person kann man dieser einen eigenen Ermessensbereich gewähren, damit diese den Patienten (bei Einwilligungsunfähigkeit) in seinem Interesse gegenüber den Ärzten vertreten kann. Eine Patientenverfügung gilt nur für den Fall der Einwilligungsunfähigkeit und kann jederzeit von dem Ersteller geändert werden. Darüber hinaus wird von allen Experten empfohlen eine Vorsorgevollmacht für finanzielle und rechtsgeschäftliche Angelegenheiten anzufertigen. In dieser sollte festgehalten werden , dass diese Vollmacht nur Gültigkeit erhält, wenn der Bevollmächtigte ein ärztliches Attest vorgelegt wird, dass der Betroffene seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Kann man keinen vertrauenswürdigen Bevollmächtigten nennen, ist die Erstellung einer Betreuungsverfügung möglich. Darin kann man bestimmen, dass entweder das Betreuungsgericht eine Person benennen soll, oder man legt vorsorglich einen Betreuungsverein aus seiner Region fest. 

Die auf dieser Internetseite angebotenen Lösungen werden den medizinischen und gesetzlichen Anforderungen gerecht. Durch die Online-Erstellung der Patientenverfügung ohne oder mit Hilfe einer Beratung, werden gleichzeitig auch eine Gesundheitsvollmacht und eine Vorsorgevollmacht (oder eine Betreuungsverfügung) erstellt. Damit besitzt man eine Lösung „aus einer Hand“, welche medizinisch und rechtlich korrekt ist.

In anderen Ländern Europas gibt es unterschiedlich oder gar keine Lösung für eine Patientenverfügung. In Grossbritannien gibt es 2 Arten von Patientenverfügungen: eine allgemeine Erklärung des Willens als Richtlinie für Ärzte oder eine erweiterte Verfügung, an die sich Ärzte halten müssen. In Frankreich gibt es keine förmliche Patientenverfügung. In Österreich gibt es die beachtliche Willenserklärung, an die sich der Arzt nicht halten muss. Die verbindliche Verfügung muss er dagegen respektieren. Da diese verbindliche Patientenverfügung nur nach ärztlicher Beratung und mit Hilfe eines Juristen gefertigt werden darf und dazu noch alle 5 Jahren zu erneuern ist, scheuen viele Österreicher diesen Weg. In den Niederlanden existiert keine staatliche Vorgabe. Dort kann man eine verbindliche Patientenverfügung inkl. der Regelung zu einer aktiven Sterbehilfe mit notarieller Hilfe erstellen. In Dänemark gibt es ein rechtlich verbindliches „Lebenstestament“. In der Schweiz kann man eine Patientenverfügung mit Hilfe verschiedener Organisationen verbindlich festlegen.

Die Regelung in Deutschland bietet unseres Erachtens die besten Möglichkeiten. Leider kursieren überwiegend falsche Formulare und Muster für Patientenverfügungen im Internet und in verschiedenen ansonsten angesehenen Organisationen. Da diese meist „kostenlos“ angeboten werden, nutzen viele diese Möglichkeit, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass dieses Vorgehen auch „umsonst“ war.  Wer kümmert sich bei diesen Anbietern schon darum ob das kostenlose Angebot auch wirklich korrekt ist und den Bedürfnissen des Einzelnen entspricht? Eine Patientenverfügung sollte individuell auf die eigene Person abgestimmt, sowie medizinisch und rechtlich korrekt formuliert sein.

Wie bei den meisten Vorgängen im Leben, die man in der Regel nur einmal unternimmt, sollte man sich einer fachmännischen Hilfe bedienen. Es ist einfach zu wichtig und es hängt zu viel davon ab. Auch beim Hausbau, der Vorsorge für das Alter und anderen erklärungsbedürftigen Situationen zieht man Fachleute zu Rate.

Verfasst von

Noch keine Kommentare vorhanden

Hinterlassen Sie einen Kommentar